Sonntag, 19. September 2010

Brasilianischer Wahlkampf

Ich bin eindeutig dafür, dass die brasilianischen Wahlkampfmanager bei unseren deutschen Parteien etwas Entwicklunsgarbeit leisten. So bunt und laut, aber auch lustig habe ich noch nie einen Wahlkampf erlebt.

Grundsätzlich sind mehrmals täglich im Fernsehen auf allen Sendern gleichzeitig nur Werbespots zusehen, die schon recht witzig sind. Weiterhin besitzt jeder Politiker und jede Partei einen eigenen Werbesong, welcher im Radio, im Fernsehen und auf der Straße zu jeder Uhrzeit!! von herumfahrenden Autos abgespielt wird.

Als Beispiel das Wahlkamplied des hier in der Innenstadt sehr beliebten Prof. Galdino. (Man stelle sich sowas für die Merkel oder den Gabriel vor)

http://www.youtube.com/watch?v=Uo3ePdizMDw

Weiterhin besitzt hier jeder Wahlkampfhelfer (hier gibts es einige mehr als in Deutschland) eine Flagge seines bevorzugten Kanditaten, welche er die ganze Zeit mit sich herum trägt. Diese stehen meistens an allen Kreuzungen der Stadt und wehen die Flaggen fröhlich im Wind sobald jemand vorbeikommt. Wahlkampfauftritte, welche genau neben mir vor der Wohnung stattfinden, enden immer mit einem Feuerwerk und einer Parade, die durch die Innenstadt zieht; natürlich begleitet von Musik.

Fahnenträger

noch mehr Fahnenträger

Mittwoch, 15. September 2010

Ja, ist denn schon heute Weihnachten?!!

Ich denke mal für jeden Wirtschaftsgeographen sehr interssant:

In Curitiba sind die jeweiligen Handelsbranchen in verschiedene Straßen oder Viertel aufgeteilt. So gibts es z.B. das Sanitärbedarfsviertel, die Tierzubehörstraße, das Kettensägenviertel, und natürlich auch das Weihnachtsartikelviertel....
Weihnachtsartikel
Noch mehr Weihnachtsartikel
direkt daneben das Kettensägenviertel

Interkulturelle Unterschiede Teil 2: Der Supermarkt

Möchten Sie einen brasilianischen Supermarkt besuchen, sollten Sie an 3 Sachen denken:
  1. Geduld
  2. Eine Kreditkarte
  3. Ein Buch
 Manche Supermärkte (die Mercadorama-Kette gehörend zu Wal-Mart) besitzen ein ausgeklügeltes Kassenschlangensystem, welches folgendermaßen aufgebaut ist:

  1. Die Schlange für benachteiligte Menschen
  2. Die Schlange für Menschen mit einem großem Einkauf
  3. Die Schlange für den Rest
Zunächst hört sich das System nachvollziehbar an. Interessant ist allerdings die Tatsache, dass der Kassenvorgang etwas anders abläuft als Sie es vll. gewohnt sind. Die Kassierer, sind freundlicher, nicht so hektisch aber dafür auch nicht so schnell wie Ihre Aldi-, Lidl- oder sogar REWE-Pendants in Deutschland.

Die Kassiererin nimmt das erste Produkt mit entspannter Ruhe in die Hand, sucht den Strichcode, zieht diesen über den Scanner, stellt das Produkt danach ab, nimmt eine kleine Tüte, öffnet diese Tüte, nimmt das Proukt wieder in die Hand und steckt dieses in die Tüte. Durch die Größe dieser Tüten besteht der Zwang für die Kassiererin ca alle 3 Produkte eine neue Tüte zu nehmen. Für schwere Gegenstände, wie Wasserflaschen, werden auch schonmal 2 Tüten genommen.

Haben Sie diesen Vorgang hinter sich gebracht, kommt es zum Zahlungsvorgang, welcher primär mit einer Kreditkarte durchgeführt werden sollte, wie es jeder Brasilianer macht. Besitzen Sie jedoch die Angewohnheit Bar zahlen zu wollen, sollten Sie zumindest darauf achten, dass Sie es passend haben. Brasilianische Kassen besitzen nämlich eine notorische Unterversorgung an Wechselgeld, wodurch der Zahlungsvorgang schonmal sich 5-7 Minuten hinziehen kann, da erst eine dafür zuständige Mitarbeiter aus dem Kassenbüro anrücken muss und das nötige Wechselgeld vorbeibringt. Ebenfalls sollten Sie hierbei die Möglichkeit nutzen Ihren 50 R$-Schein (ca. 23€)  loszuwerden, da dieser sehr oft in anderen Geschäften nicht angenommen wird.

Ist alles abgeschlossen verlassen Sie den Supermarkt mit etwa 7 kleinen Tüten.

Die Schlangen können hierbei je nach Tageszeit durch den halben Supermarkt reichen und es entstehen Wartezeiten von 30 - 45 Minuten. Hierfür ist ein Buch ratsam.

Freitag, 3. September 2010

Der Serra-Verde-Express

Der Traum eines jeden Stuttgarters:
In Brasilien existiert die Bahn so gut wie überhaupt nicht mehr.

Nur im Güterverkehr ist Sie noch anzutreffen. Dementsprechend besitzt auch Curitiba keinen Bahnhof mehr. Dieser ist seit einigen Jahren zu einem reinen Shopping-Center umgewandelt worden. Nur ein einziger Passagierzug ist noch heutzutage unterwegs: Der Serra-Verde-Express. Dieser fährt von Curitiba über den Atlantischen Regenwald der Serra do Mar durch Morretes nach Paranagua ans Meer und überwindet dabei 900 Höhenmeter und eine Strecke von knapp 110km.

Die Strecke ist gespickt mit wunderbaren Wäldern, fantatsichen Landschaften, tiefen Tälern, sehr hoch liegenden Brücken und abenteuerlichen Steigungen.

Da wir uns erst morgens vor der Abfahrt die Tickets geholt haben, mussten wir in die teurere Touristenklasse gehen mit Lunchpaket und Reiseführerin.

Schlucht in der Serra do Mar

Fahrt über eine der vielen Brücken

Eine Brücke

Der Ausblick

Ein Wasserfall

Interkulturelle Unterschiede Teil 1: Die Bank

Möchten Sie eine brasilianische Bank betreten, denken Sie bitte immer daran, dass Sie Ihre Metallgegenstände und Elektrogeräte (z.B. Ipod) in das dafür vorgesehene Fach am Eingang ablegen bevor Sie die Sicherheitsschleuse betreten. Ansonsten kann es passieren, dass der Alarm losgeht, dass das Sicherheitspersonal panisch auf Sie zurennt und dabei seine Schusswaffen entsichert. Führen Sie sich in diesem Fall am besten als unwissender Ausländer auf, der absolut geschockt da steht und nicht mehr weiss was ihm geschieht. Somit kann das Sicherheitspersonal schnell feststellen, dass alles nur ein Missverständniss ist und Sie die Bank nicht überfallen wollen.

Sind Sie erstmal in der Bank angekommen, orientieren Sie sich am besten erstmal nach einem kleinen Kasten der Wartezettel ausspuckt. Gehen Sie nämlich direkt zu einem von 5 freien Schaltern, da keine anderen Kunden da sind, werden Sie freundlich aber direkt darauf hingewiesen, dass Sie zuerst eine Nummer ziehen und dann doch bitte warten bis man aufgerufen wird.

Beim Verlassen der Bank grüsst man bestenfalls nochmal das Sicherheitspersonal, damit es sich das Gesicht so gut einprägt womit es beim nächsten Mal nicht mehr zu Missverständnissen kommen kann.

Mittwoch, 1. September 2010

Wohnumfeld

Ich wohne in einer WG in einem elfstöckigen Apartementhaus, welches größtenteils von Studenten bzw. Austauschstudenten bewohnt wird. Das Gebäude liegt mitten in der Innenstadt an dem Praca Santos Andrade, wo sich auch das Hauptgebäude der UFPR (die staatliche Uni) und die Oper befinden. Gegenüber der Haustür fängt schon die große Fußgängerzone der Stadt, die Rua XV de Novembro, an. Von hier aus geht es dann Richtung Altstadt. 2 Blocks entfernt befindet sich der Passeio Publico, ein großer Park mit mehreren Teichen und einem kostenlosen Zoo.
UFPR Hauptgebäude 
Altstadt von Curitiba
Fußgängerzone
Praca Praca Santos Andrade
Rua das Flores

Blog aus Curitiba

Nachdem mich jetzt doch einige nach meinem Blog gefragt haben, habe ich mich letztendlich doch dazu entschlossen einen zu erstellen. Hierfür werde ich in den nächsten Tagen einige nette Anekdoten erzählen, die mir in den ersten Wochen hier in Brasilien widerfahren sind.


Curitiba Centro - mein Block