Montag, 15. November 2010

Was dem Pariser sein Eifelturm, das dem Curitibano sein Bus

Wenn man nach Paris reist, muss man unbedingt den Eifelturm bestiegen haben; war man in Rom sind das Kolosseum und der Vatikan Pflicht; Berlin ohne Brandenburger Tor geht garnicht. Wenn man in Curitiba als Tourist ist, muss man unbedingt einmal mit den weltberühmten Bussen gefahren sein. Dieses fiel mir sehr deutlich auf als ich mit meiner Seminargruppe zu Besuch beim IPPUC, vergleichbar mit einem überdimensionierten Stadtplanungsamt, war. Hier trafen wir eine Touristengruppe von Architekten und Stadtplanern aus der ganzen Welt, welche zur Zeit Brasilien bereisen und an jenem Tage einen Stopp zwischen Brasilia und Porto Alegre in Curitiba machten. Wissbegierig wie eine Touristengruppe von Japanern die von Weitem schon das Schloss Neuschwanstein entdecken, fragten Sie alles Mögliche über diesen Mythos "Bussystem Curitiba" und man sah die Beigeisterung in ihren Augen als Sie daraufhin die erste Röhrenstation betraten um einen dieser legendären roten Busse zufahren, während Sie von allem ein Foto machten, was sie vor die Linse bekamen.

Für die Unwissenden unter Euch:
Curitiba ist bekannt für sein ausgeklügeltes ÖPNV-System, welches komplett nur durch Busse betrieben wird. Hierbei übernehmen die Busse alle Aufgaben, die in europäischen Großstädte der Bus, die Straßenbahn und die U-Bahn übernehmen. Es fungieren hierbei verschiedene Liniensysteme, welche aufeinanderaufbauen und dafür sorgen, dass auch Pendler aus der Peripherie schnell in die Innenstadt gelangen. Am Spektakulärsten sind hierbei die roten Busse, welche die auf den Hauptachsen Norden, Südosten, Süden und Westen verkehren und in der Mitte einer sechsspurigen Straße verkehren. Die Passagiere steigen hierfür in Röhrenstationen, in denen der Fahrpreis schon bezahlt wird. Die Stationen sind auf gleicher Höhe der Busse, womit der schnelle Passagieraustausch garantiert ist. Weiterhin gibt es zentrale Terminals in der ganzen Stadt verteilt in denen die Passagiere kostenlos umsteigen können. Somit muss man nur einmal zahlen. Eine Fahrt kostet 2,20 Reais (0,93€)

Leider ist dieses Konzept, stammend immerhin aus den 60er Jahren und kaum überarbeitet, nicht mehr zeitgemäß. Die Busse sind, aufgrund des starken Bevölkerungswachstums, jeden Tag überfüllt. Ein telematisches Informationssystem, von öffentlich aushängenden Fahrplänen ganz zu schweigen, ist überhaupt nicht vorhanden. Somit überlegt sich die Stadt ob sie dieser Probleme mit einer U-Bahn Herr wird. Nur werden dann auch in Zukunft die Menschen aus aller Welt wegen einer U-Bahn nach Curitiba kommen?

Die verschiedenen Liniensysteme (Quelle: IPPUC)
Terminal Guadalupe

Röhrenstation in der Innenstadt

Röhrenstation in Ecoville

Samstag, 6. November 2010

Interkulturelle Unterschiede Teil 3: Das Bier

Wenn man als Deutscher im Ausland ist, wird man recht schnell von den Gastgebern mit dem einheimischen Bier konfrontiert. Brasilien besitzt einige größere Marken wie etwa SOL, Skol, Antarctica, Brahma oder Kayser. Diese sind meistens in jeder Kneipe oder in jedem Supermarkt erhältlich. In der Kneipe wird das Bier in 1 oder 1,5 Liter-Flaschen ausgegeben, welche gemeinsam mit etwas größeren Schnapsgläsern geleert werden. Interessant ist die Tatsache, dass es neben diesen Marken, die alle mehr oder eher weniger nach Bier schmecken es noch "deutsches" Bier gibt. Dieses kommt meist aus Südbrasilien aus der Nähe der Stadt Blumenau, wo auch das zweitgrößte Oktoberfest der Welt nach München stattfindet. Diese Biermarken heißen z.B. "Opa-Bier", "Baden-Baden", "Bavaria", "Eisenbahn" und mein Favorit "Schornstein".

Richtiges deutsches Bier gibts im übrigen auch gelegentlich in gut sortierten Alkoholläden oder Supermärkten mit einer Exlusiv-Abteilung. "Feinschmecker" dürfen dann dort Warsteiner in 1-Liter-Flaschen oder Licher Weizen zu horrenden Preis erstehen.

Für wen das nicht genug ist, kann sich auch noch Folgendes kaufen:

Preis unbekannt...





















 Na dann Saúde!

Donnerstag, 4. November 2010

Foz do Iguacu

Die günstigste Möglichkeit durch Brasilien zu reisen ist die Nutzung des überregionalen Busverkehrs. Hierbei fährt mit man mit modernen Bussen mit sehr geräumigen Sitzen (habe ich in Deutschland noch nie erlebt) von den städtischen Rodoviarias (Busbahnhöfe, meist so groß wie unsere städtischen Bahnhöfe) zu allen größeren und kleineren Städten des Landes. Die Fahrt von Curitiba nach Foz do Iguacu dauert hierbei knapp 13 Stunden und ist für eine Nachtfahrt ideal um ausgeschlafen am nächsten Tag an den eindrucksvollsten Wasserfällen der Welt anzukommen.

Foz do Iguacu ist eine brasilianische Großstadt, die direkt am Drei-Länder-Eck Brasilien, Argentinien und Paraquay liegt. Neben den weltbekannten Wasserfällen sind weiterhin die paraquaische Schwesterstadt Cidade del Este interessant ( hier erkennt man deutlich den Unterschied zwischen einem Schwellenland und einem Entwicklungsland ) und dem anscheinend inzwischen wieder weltgrößte Staudamm der Welt Itaipu. Die Wasserfälle sind in einem brasilianischen und argentinischen Naturpark eingebunden. Wenn man die Wahl hat, würde ich eher die argentinische Seite empfehlen, da man hier direkt über den Wasserfällen steht (3/4 liegen auf argentinischer Seite) und die bessere Sicht auf das Gesamtspektakel hat. Die Wasserfälle bestehen aus 20 größeren sowie 255 kleineren Wasserfällen auf einer Ausdehnung von 2,7 Kilometern.

Cidade del Este in Paraquay ist durch eine Brücke mit Foz do Iuguacu verbunden. Die Stadt ist mit Miami das Haupteinkaufszentrum der Brasilianer für Elektronik. So viele Geschäfte, Verkaufsstände und Werbetafeln habe ich noch nie in meinem Leben erlebt. Neben originaler Ware gibts aber auch eine Menge Chinaschund.

Wasserfälle auf argentischer Seite

Wasserfälle auf brasilianischer Seite

Garganta do Diabo von brasilianischer Seite aus

Garganta do Diabo von argentinischer Seite aus

Cidade del Este

Itaipu-Staudamm