Fliegt man mit Web-Jet nach Porto Alegre, sollte man sich über das Sitzplatz-Ticket genau informieren. Es kann nämlich passieren, dass schon jemand auf dem zugewiesenen Sitz Platz genommen hat. Web-Jet nimmt es nämlich bei Nachnamen nicht so genau. Besitzen zwei Passagiere den gleichen Nachnamen kriegen sie doch einfach auch den gleichen Sitzplatz zugewiesen. Nach wenigen Minuten diskutieren mit den Stewardessen hatte sich das Missverständniss geklärt. Dafür lernte ich einen Namensvetter mit den Namen Lucio "Hickmann" kennen. Wie sich heraustellte hat der Geschäftsmann Vorfahren aus Deutschland und ist sehr an der Ahnenforschung interessiert. Zurück in Deutschland muss mal auf den Familienstammbaum geschaut werden, ob man nicht vielleicht miteinander verwandt ist.
In Porto Alegre angekommen wird man sehr schnell wieder mit der disziplinierten Lieblingstätigkeit der Brasilianer konfrontiert: Dem Schlange stehen.
Hier wird sich nicht einfach das nächstbeste Taxi gekrallt, das gerade auf einen wartet. Nein, hier herrscht noch Ordnung und man muss ca 10 Minuten warten bis man der Reihe ist.
Porto Alegre ist die südlichste Millionenstadt Brasiliens und einerseits von Italienern und Deutschen geprägt andererseits auch von der Gaucho-Kultur, welche auf eine Vermischung der Portugiesen mit den früheren Indianern zurückzuführen ist. Städtebaulich und auch kulturell ähnelt die Stadt eher den näherliegenden Haupstädten Uruquays und Argentiniens Montevideo und Buenos Aires als den anderen brasilianischen Städten Sao Paulo oder Rio de Janeiro.
Bekannt ist die Stadt für ihre partizipative Verwaltungsstruktur, in der die Bevölkerung direkt auf den Haushalt und auf Projekte innerhalb der Stadt Einfluss nehmen kann (sogar für Deutschland sehr vorbildhaft). Dies war auch einer der Gründe weswegen ich mit meinen Kommilitonen nach Porto Alegre gereist bin. Zudem wurden wir von der Stadt eingeladen uns die Favela Vila "Chocolatão" anzuschauen. Ein kleines wirklich sehr armes Quartier in dem einige 1000 Leute unter den schlimmsten Bedingungen wohnen. Die Stadt entwickelt für diese Einwohner ein neues Viertel außerhalb der Stadt, in das die Bevölkerung im nächsten März umgesiedelt werden soll. Einerseits erhalten die Bewohner dann schmucke kleine Reihenhäuser mit Strom-, Wasser und sonstiger Versorgung. Andererseits werden sie von ihrem zentral in der Innenstadt gelegenen Quartier an den Stadtrand gedrängt. Eine zwiespältige Angelegenheit...
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| Ehemaliges Hotel Majestic - Heutige Kunstaglerie mit Café | |
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| Mercado Publico mit U-Bahn Anschluss |
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| Wunderschöne Straßenschluchten in Porto Alegre |
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| Favela Vila "Chocolatão" in Porto Alegre |
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| Zukünftige Heimat der Bewohner am Stadtrand |
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